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Bemmel, A.C.V. van

AuthorsJoh. Lüttschwager, A.C.V. van Bemmel
TitleUeber von Hominiden bearbeitete Knochenfunde aus dem oberen Villafranchien in den Niederlanden
JournalBeaufortia
Volume9
Year1962
Issue102
Pages139-144
ISSN0067-4745
AbstractDie Funde von Vertebratenknochen in dem Ton von Tegelen bei Venlo (Provinz Zuid Limburg, Niederlande), sind schon lange bekannt und eingehend bearbeitet worden (SCHREUDER, 1945). Die dunkelbraunen, meist gut erhaltenen Knochen, liegen im blauen Ton eingebettet. Ohne Zweifel sind die Reste einst vom Fluss angeschwemmt und hier abgelagert worden. Der Ton findet sich unter etwa 5 Meter Sand und Kies und wird überdies noch von etwa 3 Meter sandigem Ton überlagert. Das ganze befindet sich in der Hochterrasse der Maas. Schon in Römischer Zeit wurde hier Ton gegraben, zur Herstellung von Keramik. Der Name des Dorfes Tegelen stammt vom Lateinischen Tiglia! Eine ganze Reihe Knochen von Säugetieren, Vögeln und sogar einer Schildkröte wurde hier gefunden und hauptsächlich von BERNSEN und SCHREUDER beschrieben. Eine Liste der Arten findet man bei SCHREUDER (1945).
Bis jetzt wird noch ständig Ton gegraben und verarbeitet in Ziegel- und Keramikfabriken, welche sich im Dorfe Tegelen befinden. Wurde der Ton früher mit Spaten gestochen, so ist jetzt der ganze Betrieb mechanisiert. Deshalb wird in letzter Zeit kein einziges Fossil mehr aufbewahrt. So bedauerlich das nun scheint, kann man doch erwarten, dass ziemlich wenig verloren geht. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass die bekannten Knochenfunde sich nur stellenweise auftun. Die Fossilien liegen so zu sagen in Gruppen zusammen und diese befinden sich meistens dicht am Rande der Hochterrasse. In Gruben wie die heutigen, die tief in den Berg hineingehen, findet man selten Fossilien. Es ist eine längst bekannte Tatsache, dass die Knochen niemals unbeschädigt sind, und dass man niemals ganze Skelette eines Tieres geborgen hat. Von früheren Autoren wurde immer behauptet, dass solches verursacht wurde durch die Weise, in welcher der Ton gegraben wurde. Von den Arbeitern sollten die Skelette mit den Spaten zerstochen sein und, weil man vertikal arbeitete, die Fossilien aber natürlicherweise horizontal abgelagert waren, sollten auch die zusammen gehörende Skeletteile getrennt worden sein.
Document typearticle
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