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Record: oai:ARNO:504044

AuthorMax Fürbringer
TitleUntersuchungen zur Morphologie und Systematik der Vögel, zugleich ein Beitrag zur Anatomie der Stützund Bewegungsorgane
JournalBijdragen tot de Dierkunde
Volume15
Year1888
Issue1
Pages1-834
ISSN0067-8546
AbstractDie im Vorhergehenden beschriebenen Aberrationen der Mm. cucullaris, serratus superficialis, pectoralis, biceps, latissimus dorsi und deltoides vertheilen sich vornehmlich: A. auf das Propatagium, B. auf das Metapatagium und C. auf die Haut und Fascie der Schulter, der Brust und des Rückens, soweit dieselben nicht zu den beiden erstgenannten Kategorien gehören 2).
A. Die in das Propatagium eingehenden Aberrationen werden gebildet von M. cucullaris (Cucullaris propatagialis cf. p. 302 ff.), M. pectoralis (Pectoralis propatagialis, cf. p. 437 ff.), M. biceps (Biceps propatagialis, cf. p. 521 ff.) und M. deltoides (Deltoides propatagialis, cf. p. 576 ff.). Bei guter Entfaltung verbinden sich dieselben mit dem Bindegewebe des Propatagium, das hierdurch zu dem Range einer gemeinschaftlichen Sehne (Tendo propatagialis s. Propatagialis) für die genannten Muskelköpfe erhoben wird. Die gesammte Bildung kann Propatagialis benannt werden; wie oben (p. 582 ff.) beschrieben, ist sie gewöhnlich in 2 Endsehnen (Propatagialis longus und brevis) mehr oder minder deutlich gesondert.
Von diesen Köpfen fällt der Löwenantheil dem Deltoides, danach dem Pectoralis zu; Cucullaris und endlich Biceps sind accessorische und wenig regelmässige Gebilde. Der durch den Cucullaris propatagialis vertretene Zipfel des Kopftheiles des M. cucullaris reicht bei erst beginnender (resp. rudimentärer) Ausbildung nicht bis zum Propatagialis, sondern endet bereits an der Fascie und Haut des Schulterbeginnes, wobei er zu den Anfängen der Schulterflur und des Rumpftheiles der Unterflur directe Beziehungen darbieten kann.
B. Die mit dem Metapatagium in Connex stehenden Aberrationsgebilde gehören zu M. cucullaris (Cucullaris metapatagialis, cf. p. 305f.), M. serratus superficialis (Serratus metapatagialis, p. 378 f.), M. pectoralis thoracicus (Pectoralis thoracicus metapatagialis, cf. p. 421 f.), M. pectoralis abdominalis (Pectoralis abdominalis metapatagialis, cf. p. 453 f.) und M. latissimus dorsi (Latissimus metapatagialis, cf. p. 563 ff.). Dieselben vereinigen sich mit dem Bindegewebe des Metapatagium, das ihnen in ähnlicher Weise wie bei den vorhergehenden Gebilden des Propatagium als Endsehne (Tendo metapatagialis s. Metapatagialis) dient und wirken durch diese Vermittelung, die noch durch den Zug der Sehne des M. anconaeus coracoideus (cf. p. 708 ff.) verstärkt wird, auch indirect auf die Armschwingen. Der ganze Complex von Muskel- und Sehnen-Gebilden möge danach als Metapatagialis bezeichnet werden. Doch ist diese Beziehung der betreffenden Muskulatur keineswegs die ausschliessliche; erhebliche Antheile derselben gehen direct an die Haut der Achselgegend und stehen damit zu der Schulterflur in directem Connexe 1).
Von den hierher gehörigen Muskelgebilden kommt den Mm. serratus metapatagialis und latissimus metapatagialis, sowohl als Theil des Metapatagialis, als auch als nach der Schulterflur gehende Aberration die Hauptbedeutung zu; die drei anderen stellen nur unbedeutende Muskelzipfel vor, die vom Cucullaris dorso-cutaneus, Pectoralis thoracicus und Pectoralis abdominalis nach der Achselhaut und Schulterflur zustreben.
C. Ausser den zum Propatagium und Metapatagium gehenden Gebilden verläuft noch eine Anzahl von meist ziemlich schwachen Muskelzügen und Aberrationen im subcutanen Bereiche des Halses, des Rückens, des Bauches und der Brust, endet theils an der Fascie, theils an der Haut und tritt auch z. Th. mit der Spinalflur, Schulterflur und Unterflur, sowie den ihnen benachbarten Rainen in Connex. Die Verbindungen mit den Pterylen bilden nach Ausdehnung meistens nicht den Hauptbereich dieser Muskelinsertionen, sie gewinnen aber durch ihre functionelle Bedeutung für die Bewegung der die Fluren zusammensetzenden grösseren Federn ein erhöhtes Interesse. Die hierher gehörigen muskulösen Züge und Zipfel werden durch folgende repraesentirt: Cucullaris dorso-cutaneus (cf. p. 304 ff.) zum dorsalen Bereiche des Halsendes und Rückenanfanges (Fascie und Haut incl. Spinalflur); Cucullaris omo-cutaneus (cf. p. 307 ff.) zur dorsalen Brust- und zur Schulterfascie (nebst zugehörender Haut und Anfang des Rumpftheiles der Unterflur und z. Th. auch des Anfanges der Schulterflur); Serratus omo-cutaneus (cf. p. 381 ff.) zur Fascie und Haut, welche den proximalen Theil der Scapula deckt; Latissimus dorso-cutaneus (cf. p. 563 ff.) zur dorsalen Fascie und Haut des Rückens, z. Th. auch zur Spinalflur; Latissimus omo-cutaneus (cf. p. 566 ff.) zur Fascie und Haut über dem Anfange der Scapula, sowie z. Th. zum Beginne der Schulterflur; Pectoralis abdominalis (cf. p. 449 ff.) zur Haut im lateralen Bereiche des Bauches, der unteren Extremität und der Brust, z. Th. auch an den lateralen Rand des Rumpftheiles der Unterflur oder an die Gegend lateral von derselben resp. an ihren Seitenast.
Somit gruppiren sich die genannten Gebilde; 1. Auf die Spinalflur und ihre Nachbarschaft 2) : Cucullaris dorso-cutaneus, Serratus dorso-cutaneus; 2. Auf die Schulterflur und ihre Nachbarschaft a): Cucullaris metapatagialis, Serratus dorso-(omo-)cutaneus von Apteryx, Serratus metapatagialis, Pectoralis thoracicus metapatagialis, Pectoralis abdominalis metapatagialis, Latissimus omo-cutaneus und Latissimus metapatagialis; 8. Auf die Unterflur und ihre Nachbarschaft 1): Cucullaris omo-cutaneus, Cucullaris propatagialis (e.p.) und Pectoralis abdominalis. Übrigens sei auf die p. 300. 301. gegebene kurze Ubersicht (die jedoch nur die wesentlichsten Gebilde notirt), namentlich aber auf die genauere Beschreibung unter den einzelnen hier in Frage kommenden Muskeln, sowie auf die Tabellen XXXVIII—XL. hingewiesen.
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