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Record: oai:ARNO:525803

AuthorW.J. Lütjeharms
TitleSubstanzbegriff und systematik
JournalBlumea - Biodiversity, Evolution and Biogeography of Plants
Volume1
Year1934
Issue1
Pages160-193
ISSN0006-5196
AbstractBei der Einteilung der Organismen, welche in dieser Arbeit mir von botanischem Gesichtspunkt betrachtet wird, ist die Frage nach „wesentlichen” Merkmalen oder Einteilungsgründen von grosser Wichtigkeit. Es ist die Frage nach der Substanz (Essenz) und den akzidentellen Merkmalen. Der Substanzbegriff entstammt der Aristotelischen Logik und Metaphysik. Aeltere Botaniker, die sich die prinzipiellen Grundlagen ihres Systems klarzustellen versuchen, sind z.B. Cesalpin und Ray. Cesalpin kommt in seiner Auffassung der Substanz Aristoteles sehr nah. Ray, obwohl öfters noch Aristotelisch beeinflusst, hat eine typisch empiristische Auffassung der Substanz, wodurch er sich den Ansichten LOCKEs anschliesst. Auch in den modernen Theorien treten substantielle Formen auf. Driesch stellt seine Entelechie gleich Substanz, aber diese ist in der Systematik jetzt noch nicht anwendbar. Vavilov hat in seinem Begriff „Radikal” eine substantielle Form, die der Aristotelischen sehr nahe steht, indem sie durch Abstraktion dargestellt worden ist. Diese Form ist sehr brauchbar, sagt aber nur wenig aus. Von genetischer und physiologischer Seite versucht man Funktionsbegriffe einzuführen, welche jetzt aber in der Biologie nur eine sehr beschränkte Anwendung finden können. Ungeachtet ihrer Bedeutung, mit für die Systematik, kann man in letzterer Wissenschaft die festen, beharrlichen substantiellen Formen nicht entbehren, weil ohne diese jetzt noch keine Systematik möglich ist.
Document typearticle
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